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Ich suchte den See, doch Gott suchte Fisnik

Eine Behinderung wird in Albanien als etwas Beschämendes angesehen. Behinderte erhalten auch kaum Hilfe von staatlicher Seite. Sie leben oft sehr isoliert. Deshalb führt OM Albanien zusammen mit einer lokalen Kirchgemeinde jede Woche ein Treffen für Behinderte und ihre Angehörigen durch. Fisnik* (27), seine Mutter Linda* und sein 17-jähriger Bruder Dritan* sind regelmässige Gäste.

Eine Mitarbeiterin erzählt, wie sie diese Familie kennengelernt hat: «Manchmal muss ich einfach raus aus der Stadt ins Grüne. Beim fünften und letzten Versuch, einen See in der Nähe zu finden, war ich endlich erfolgreich. Als ich die Aussicht genoss, bemerkte ich einen jungen Mann, der im Rollstuhl vor einem Haus sass. Eine ältere Frau, offenbar die Besitzerin des Verkaufsstandes nebenan, stand bei ihm. Ich grüsste beide. Der junge Mann lächelte mich an und gab einige unverständliche Laute von sich. Die Frau erklärte, er heisse Fisnik und sei ihr Sohn. Wegen seiner schweren Behinderung sei er fast immer zu Hause. Ich merkte, wie isoliert diese Familie lebt und beschloss, sie zu unserem Treffen für Behinderte einzuladen. Doch plötzlich befielen mich Zweifel und Schüchternheit: ‹Sie würden sowieso nicht kommen wollen und es würde zu viel Umstände verursachen, sie hier abzuholen›, dachte ich und machte einen Spaziergang um den See. Als ich zurückkam, fand ich Mutter und Sohn noch immer am selben Ort. Erneut spürte ich einen inneren Kampf, doch schliesslich überwand ich ihn und lud Linda und Fisnik zu unserem wöchentlichen Treffen ein.

Kurz darauf meldete Linda, dass sie gerne kommen würden. Es ist eine weite Fahrt auf löcherigen Strassen und es braucht Zeit, Fisnik ins Auto zu helfen, doch dies macht niemandem von uns etwas aus. Unser Treffen ist eine der seltenen Gelegenheiten für Behinderte und ihre Angehörigen, aus ihrer Isolation auszubre-chen. Es ist wie eine Oase für sie, in der sie Gottes Liebe erleben, wertgeschätzt werden und sich auf derselben Stufe wie Menschen ohne Einschränkungen fühlen. Zu unserem Programm gehören jeweils Handarbeiten, Bibelgeschichten, Gebet, Lieder, Puppenspiel und Theater sowie ein schmackhaftes Essen. Wenn ich an jenen Tag am See zurückdenke, berührt es mich erneut und mir kommt Psalm 72 in den Sinn. Dort steht, dass Gott den Schrei der Bedürftigen hört und den Geplagten, die niemanden haben, hilft, weil sie für ihn kostbar sind. Eine Helferin aus der lokalen Kirchgemeinde drückte es so aus: ‹Du dachtest, du würdest den See suchen, doch in Wirklichkeit war es Gott, der Fisnik suchte!›»

*Name geändert